Köder Nr. 5 Zorn

Zorn

Wenn unser EGO durchbrennt, dann gibt es Ärger und Zorn.

Ein Mensch, der sich durch seine Aggressionen leiten lässt, wird schnell vom Zorn übermannt. Aber auch Rachsucht und Vergeltung gehören zum Zorn und sind eine Art Rohrkrepierer und gehen unweigerlich nach hinten los. 

Auch Gefühle der Feindschaft und des Grolls gegenüber anderer Kulturen und Religionen sind ein Zeichen von Missachtung der Menschenwürde. Doch was ist die Menschenwürde? „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so steht es im Deutschen Grundgesetz. Wikipedia sagt dazu: „Als Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde.

Die Würde des Menschen achten

Gehen wir a’ priori davon aus, dass jeder, aber auch jeder Mensch diese Würde in sich trägt, dann hat niemand das Recht irgendjemanden in einem Moment von Zorn niederträchtig zu behandeln. Gehen wir von den vier größten Weltreligionen aus, dann stoßen wir auf das Christentum, den Islam, den Hinduismus, den Buddhismus und das Judentum. So manche Menschen empfinden Zorn, wenn sie an andere Religionen denken.

Eines Tages überkam mich die Erkenntnis, dass Gott alle Menschen auf dieser Erde so lieb hat, dass er sich ihnen zeigt, wie sie sich ihn wünschen. Man kann also davon ausgehen, dass es unterschiedliche Wege zu Gott gibt. Daher gibt es gar keinen Grund, gegenüber anderen Religionen Zorn zu empfinden.

Das Christentum

Wir gläubigen Christen haben eigentlich die besten Karten. Weil wir einen Erlöser und Fürsprecher vor Gott haben. Über Jesus Christus gibt es noch einiges zu berichten, was nicht in der Bibel steht. Hast Du ein umfassendes Wissen vom christlichen Glauben, dann brauchst du keine Angst mehr zu haben und auch den Tod nicht mehr zu fürchten.

Was wir allerdings nicht brauchen, ist das überhebliche Herabblicken auf andere Religionen. Anstatt Andersgläubige zu kritisieren und zu diffamieren, sollten wir lieber darauf achten, dass wir die Gebote Gottes erfüllen. Wie wir noch sehen werden, sind wir in dieser Disziplin noch nicht die besten.

Der Islam

Schaut man undogmatisch auf den Koran, dann findet man Parallelen zur Bibel, und zwar gar nicht so wenige. 1 Wie allerdings die Moslems ihren Koran auslegen, dass ist ihre Geschichte und ihre Sache. Ich habe seit vielen Jahrzehnten moslemische Freunde und auch seit einiger Zeit beschäftige ich moslemische Mitarbeiter. Ich bin glücklich darüber diese Menschen in meinem Freundeskreis und Umfeld zu haben. Das schönste ist, wenn wir uns unterhalten, dann spüre ich richtig, wie wir gegenseitig unsere, durchaus unterschiedlichen, Werte respektieren.

Wie in fast jeder Weltreligion gibt es Dogmatiker und verbohrte Menschen. Darüber hinaus, sind so ziemlich alle heiligen Schriften, die es irgendwo auf dieser Welt gibt, auf einem recht hohen geistigen Niveau verfasst. Da kann es passieren, dass Leute, die die Schriften nicht (richtig) verstehen, sie falsch auslegen und dann gelangen sie oft zu fatalen Schlüssen. Dabei kommt man zu dem Schluss, zum Beispiel des strafenden Gottes, der Vernichtung von sogenannten Ungläubigen und zu dem Hochmut, dass man überzeugt ist, dem einzig wahren Glauben anzugehören.

Dogmatiker gibt es in allen Religionen

Solche Anschauungen sind auch im Christentum noch weit verbreitet und erschweren die friedliche Koexistenz verschiedener religiöser Strömungen. Die Masse der Moslems ist jedoch okay. Hochgespielt werden die Schlimmen und sie werden in Presseberichten herausgestellt. Das passiert in den letzten Jahren so oft, dass man die friedliche Mehrheit übersieht und all das Böse auf alle Gläubigen projiziert. So entstehen Kriege und so entpuppt sich Gewalt. Das gefällt dem Antichristen und seinen Heerscharen, wenn wir uns gegenseitig, wie die Blöden, die Köpfe einschlagen.

Weshalb würde ich dem Islam nicht beitreten? Weil Jesus Christus und Mohammed diametral zueinander stehen. Jesus ist konsequent den Weg der Gewaltlosigkeit gegangen, er hat Menschen geheilt und wieder zum Leben erweckt und er ist Gottes Sohn. Mohammed hat Überlieferungen zufolge seine Eingebungen von Gott erhalten, er hat auch, warum auch immer, Kriege geführt und Schlachten erfolgreich geschlagen. Er hat sich auch für Menschen eingesetzt, vor allem dann, wenn es ihm politisch in den Kram passte. Für mich ist es auf jeden Fall ein Geschenk, dass ich meinen Weg mit Jesus Christus gehen darf. Was ich an den moslemischen Mitmenschen besonders schätze,die ich kenne, ist ihre herzliche, wertschätzende und aufrichtige Gastfreundschaft.

Der Hinduismus

In meinen Augen ist der Hinduismus 2 die toleranteste Weltreligion, deren Ursprung in Indien liegt. Keinem Hindu würde es einfallen, anders Gläubige dazu zu zwingen Hindu zu werden. Es ist die bunteste aller Religionen. Unter dem Dach des Hinduismus gibt es viele unterschiedliche religiöse Strömungen und Götter. Wenn ich das richtig verstanden habe, so kann man diesem Glauben nicht so einfach beitreten. Man muss dort hineingeboren sein. Trotz der verschiedenen religiösen Richtungen, glauben alle Hindus an eine gemeinsame schöpferische Kraft, die sie “Brahman” nennen. Sie Gauben an die Wiedergeburt und an die Erlösung.

Was einige Hindus allerdings anmerken ist, dass alle religiösen Strömungen auf dieser Erde auf hinduistische Wurzeln zurückzuführen sind, somit ist es auch nicht nötig andere zu bekehren. So gehört auch das Christentum, aus der Sicht der Hindus, in diesen Rahmen hinein. Da der Hinduismus keinen religiösen Gründer hat, wie der Islam Mohammed, das Christentum Jesus Christus und der Buddhismus Buddha, ist es nicht so leicht das genaue Entstehungsjahr zu ermitteln. Doch man datiert die Entstehung dieses Glaubens auf 4.500 Jahre zurück.

Eigentlich bietet der Hinduismus einen Rahmen, dem viele religiöse Richtungen angehören.

Es gibt auch keine heilige Schrift, wie die Bibel. Doch es gibt die Veden. Hierbei handelt es sich um verschiedene uralte Texte über Götter, magische Beschwörungen und Lieder, die seit Jahrtausenden verbreitet werden. Allerdings gibt es hier ähnliche Regeln, wie wir sie vom Christentum her kennen. Es handelt sich hierbei um die Zehn-Lebensregeln: sich rein halten, zufrieden sein, freundlich und geduldig sein, sich bilden, sich ganz nach den Göttern richten, nicht zerstören und verletzen, nicht lügen, nicht stehlen, andere nicht beneiden, nicht unbeherrscht und gierig sein.

Geschichts-, Bibelforscher und auch Anthropologen haben sich gefragt, was Jesus zwischen seinem 12. und ca. 30. Lebensjahr getrieben hat. Eine bemerkenswerte Fährte, der verschiedene Wissenschaftler gefolgt sind, war der Weg nach Indien. In unterschiedlichen Klöstern in Indien gibt es Schriften, die darauf hinweisen, dass Jesus dort gewesen sein könnte. Man vermutet, dass er sich auf diesem Wege seine zauberhaften Fähigkeiten geholt hat, wie auch seine Botschaften verfeinert hat, die er später predigte. Er musste wohl fliehen, weil er seine Predigten vor Mitglieder niederer Kasten gehalten hat. Das ist ein No Go im Hinduismus.

Der Buddhismus

Nüchterne Religionswissenschaftler vermuten, dass der Buddhismus ein Angebot der Hindus an den Westen sei. Da man nicht so einfach Hindu werden kann, ist es aber möglich, dem Buddhismus beizutreten. Er hat seine Wurzeln in Indien und ist hauptsächlich in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet. Etwa die Hälfte seiner Anhänger lebt in China.

Der Name Buddha bedeutet der Erwachte. Wikipedia schreibt dazu: „Gemeint ist (der Erwachte) damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundtatsachen allen Lebens, aus der sich die Überwindung des leidhaften Daseins ergibt“. Seine Lehren berufen sich auf die Schriften von Siddhartha Gautama. Buddhisten lehnen grundsätzlich Gewalt ab, was eine friedliche Koexistenz ermöglicht.

Das Judentum

Eigentlich müsste man schreiben, die Judentümer. Der jüdische Glaube hat vielfältige Ansichten und Strömungen. Mit einer Entwicklungsdauer von 3000 Jahren ist die jüdische Religion die älteste monotheistische Religion. Ihre heilige Schrift ist die Tora (Das Gesetz) mit den fünf Büchern Moses, eben die Grundlage der jüdischen heiligen Schrift.

Was wir Christen nicht außer Acht lassen dürfen ist, dass das Judentum die Wurzel des Christentums ist. Geschichtlich gesehen, war Jesus ein Jude und selbst nie Christ. Die fünf Bücher Moses bilden auch die Grundlage unseres alten Testaments. Abraham ist der Stammvater, der von den Juden, Christen und Moslems gleichermaßen als solcher anerkannt ist.

Was die katholischen und evangelischen Christen aus der jüdischen Tradition übernommen haben, ist die Auffassung, dass wir hier auf der Erde nur ein Leben haben und dass sich in diesem Leben entscheidet, ob wir später von Gott auserwählt werden oder nicht. Sie schließen also die Wiedergeburt grundsätzlich aus.

Den Juden fehlt noch der Messias.

Sie haben Jesus Christus nicht anerkannt. Sie wollten ihn eher los werden. So heißt es zumindest in Überlieferungen, wie zum Beispiel im Matthäus Evangelium, das die Geschichte über die Kreuzigung von Jesu Christi erzählt. Im Moment haben die Juden die schlechteren Karten. Ihnen fehlt zur Zeit noch der Messias.

Es gibt also keinen Grund auf andere Religionen zu schimpfen. Außerdem verstößt die Verunglimpfung anders Gläubiger gegen das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden, gegen deinen Nächsten.“ Darüber hinaus kann man nur systemimmanent kritisieren. Was heißt das? Das heißt, dass nur ein Christ einen kritischen Blick auf das Christentum werfen kann. Jedoch mit unserer christlichen Haltung, können wir den Islam oder Buddhismus zum Beispiel nicht kritisieren. Umgekehrt geht das natürlich auch nicht. Jede Religion hat ihr eigenes Bezugssystem, das sich jedoch von den Bezugssystemen anderer Religionen unterscheidet.

Es gibt auch Juden( Messianische Juden) 3 und Hindus, die an Jesus glauben.

Auch diese Menschen haben die besseren Karten, weil Jesus auch ihr Erlöser ist und die Rolle des Fürsprechers vor Gott wahrnimmt. Auch in der Hinduistischen Tradition wird die Person Jesus von Nazareth thematisiert, nämlich in der Bahai 4 Religion: „Im 19. Jahrhundert setzten sich einige hinduistische Gelehrte gezielt mit der Person Jesus auseinander. Keshabchandra Sen (1838–1884) nannte Jesus einen Orientalen, der zu Indien gehöre und die Hindus aufrufe, „christusförmig“ zu leben.

Jesus hat alle Menschen erlöst. Was heißt das? Das bedeutet, dass nicht nur diejenigen erlöst wurden, die Jesus folgten oder die Jesus kannten, sondern auch die Menschen wurden erlöst, die keine Kenntnis von Jesus haben. Doch wovon hat er uns erlöst?

Er hat die Erbsünden auf sich genommen und einen neuen Bund zwischen Gott und den Menschen geschaffen. Das heißt auch, dass kein Mensch mehr für vergangene Sünden büßen muss. Doch was ist, wenn Menschen neue Sünden begehen? Dann tritt das Gesetz von der Saat und der Ernte, von Ursache und Wirkung in Kraft. Jeder muss jeden Heller, alle seine Schuld begleichen und zurückzahlen, bevor er in das Reich Gottes Einzug halten kann.

Auszug aus der Bergpredigt, Matthäus 5:

Über die Erfüllung der Weisung Gottes

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist, als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“

Hier weist Jesus Christus unter anderem auf das Gesetz von Ursache und Wirkung hin, auf das, was wir Schicksal oder Karma nennen.

Aus diesem Grunde ist es auch problematisch, über andere Menschen Ärger und Zorn zu streuen. Jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte und seine höchst persönlichen Werte, Freuden, Ängste und Sorgen. Wenn dich allerdings die Anwesenheit eines Menschen quält oder krank macht, dann distanziere dich von ihm, anstatt ihn zu bekämpfen, gehe ihm einfach aus dem Weg.

Eine Falle ist auch, dass wenn wir Unarten an einem anderen Menschen entdecken, die wir auch haben, dann ist der Zorn besonders groß. Nehmen wir einmal an, ein Mann steht mit seinem Auto im Stau. Er sieht rechts neben sich einen anderen Menschen im Auto sitzen, der gerade genüsslich in der Nase bohrt. Das ruft den Zorn des Mannes sofort auf den Plan. Er regt sich furchtbar darüber auf, wie dieser Mensch, so einfach in der Öffentlichkeit, in der Nase bohren kann. Doch manchmal ist es so bei diesem Mann, wenn er sich unbeobachtet fühlt, dann bohrt er selbst genüsslich in seiner Nase herum.

So ist es oft, dass andere Menschen uns unser eigenes Fehlverhalten widerspiegeln. Und so mache ich das heute, wenn mich irgendetwas an einem anderen Menschen besonders stört, dann frage ich mich zuerst, was das denn mit mir zu tun hat, anstatt mich aufzuregen und den Zorn in mir aufsteigen zu lassen. Das erinnert mich an eine Weisheit, die Jesus Christus seinen Jüngern mitgeteilt hat: „Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du dich über den Splitter im Auge deines Nächsten beschwerst.“ Ich denke, diese Weisheit sagt alles, was es zu diesem Punkt Zorn zu sagen gibt, aus.

5 Quelle: https://www.bibleserver.com/text/EU/Matth%C3%A4us5

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